Auf dem Olymp der „Lender-Götter“ ging es ganz schön turbulent, als das Musical „Atheos“ uraufgeführt wurde und Schüler mit ihrer Eigenkomposition eine famose Antwort auf die eingangs von Ulrich Noss leicht ironisch gestellte Frage gab: „Kann man sich heute noch auf Schüler verlassen?“ Diese zielte auch auf die Akteure der Firma „Olympische Götter“, die sich hinter ihm auf der Bühne in einem himmlischen Wohnsitz formierten und in einem Drunter und Drüber versanken getreu ihrem Motto: „Planlos geht der Plan los, doch leider haben wir keinen“. Denn die Götter sind heillos zerstritten, Kuchen ist auch keiner da, die Schreibmaschine klemmt und Internet gibt es auch nicht. Wen wunderte es da, dass der Chef „Zeus“ (Johannes Reimling) eines schönes Tages spurlos verschwunden ist, die Götterwelt in hellster Aufregung ist und sich selbst Gott Hades (Medea Wäldele) aus der Unterwelt per Videoschalte energisch zu Wort meldet.
Die bei der Uraufführung thematisierte Frage hatte der Leiter der Musical-Projektes, Ulrich Noss, 2022 durchaus im Kopf, als er in die Musikräumen der Lender die Fragen stellte: „Wer schreibt einen Text für das nächste Musical, wer macht das Casting für die Schauspieler, wer komponiert die Musik?“ Allein schon bei diesen Fragen hatte manch einer längst kapituliert, nicht aber Ulrich Noss, der aus vielen Produktionen wusste, dass er sich auf „seine“ Lenderschüler und die Kollegen vom Unterstufenchor (Christine Alshut), Kostüm-AG (Tanja Esser), Bühnenbild-AG (Eberhard Schreiber) und Veranstaltungstechnik-AG (Bernhard Starck, Christian Vierling, Christian Wiedermann) voll und ganz verlassen kann. Denn gerade dieses Momentum macht jenen „Lender-Geist“ aus, der ein solch ein fantastisches Werk hervorbringt, zu dem auch die ehemaligen Schüler Jona Blasen (Musik), Annika Huff (Text, Organisation, Regie) Christopher Kügelgen (Regiecoaching) und Lina Kneißler (Plakat) an „ihre“ Lender zurückkehren.
„Eine Komödie, eine Komödie soll es diesmal werden“, verkündete der Musical-Experte Noss und siehe da, es entwickelte sich über Klassenstufen hinweg ein einzigartiges Kunstwerk mit Musik, Text und Spiel der Marke „selbstgemacht“. Die Handlung wurde in die Götterwelt des alten Griechenland transferiert, aber schnell war den Zuschauern klar, dass die Szenerie mit viel Menschlichem und Allzumenschlichem doch im Heute spielt und mit einer spritzigen, energiegeladenen und facettenreichen Melodien des eigens formierten Musical-Orchesters zum Klingen kam. Da wurde im „Götterparadies“ gestritten, verdächtigt und betrogen, skandalöse Eskapaden von Chef „Zeus“ durften auch nicht fehlen und so nebenbei kam auch noch ans Tageslicht, dass er seine „geliebte“ Gemahlin nach Strich und Faden betrügt. Alles andere wäre ja wohl ein ziemlich langweiliges Leben und dieses glossierten die Götter-Schauspieler
Athene – Maria Kohl (9d)
Ares – Lucian Magel (8a)
Zeus – Johannes Reimling (K1)
Hera – Sophia Lugauer (K2)
Apollo – Nevio Graf (8w2)
Artemis – Clara Kachel (9c)
Aphrodite – Maya Rigsinger (9b)
Demeter – Carla Bruhn (K1)
Hermes – Lucia Carranco Mayer (9b)
Dionysos – Johannes Zimny (10d)
Poseidon – Solveig Sonntag (K1)
Hephaistos – Elias Bruhn (8a)
Hades – Medea Wäldele (9b)
Erzähler – Annika Huff (Ehem.)
mit einer ganz starken Bühnenpräsent und in genussvollen Zügen. Das war richtig gut und geradezu „göttlich“.
Text: Roland Spether
Bilder: Roland Spether, Claudia Vygen & Dr. Cornelia Lehmann-Waffenschmidt
Sie wollen es gern etwas genauer wissen? Sehr gern! Atheos – Die skandalösen Eskapaden des Zeus und deren Konsequenzen
„Eine Komödie, eine Komödie soll es diesmal werden“. Mit diesem Wunsch von Herrn Noss war der Grundstein vor 2 Jahren für das Musical gelegt. Eifrig und mit viel Elan wurde von der Textgruppe eine Handlung in die Zeit des alten – oder doch nicht so alten – Griechenlands mit all ihren Göttern gelegt. Eine spritzige Handlung und viel energiegeladene Musik sind das Ergebnis von 2 Jahren kontinuierlicher Arbeit. Die Schülerinnen und Schüler haben viel Engagement und großes Durchhaltevermögen bewiesen und können nun das Musical 2024 stolz an der Heimschule Lender präsentieren.
Inhalt:
Vor einer langen Zeit, in einer Welt, die nicht wie die heutige war, in einer Welt ohne Klimawandel, Atombomben, AfD und dem Wendler, da lebte einst ein Geschlecht von Göttern auf einem Berg im heutigen Griechenland. Aber lasst uns nicht in der Vergangenheit verweilen; das wäre ja langweilig.
Heute haben wir all das und kostenlos dazu 12 unnütze Götter, die ihre eigene kleine Firma haben und von allen Angelegenheiten der Menschen nur peripher tangiert sind. Tagein, tagaus liegt der Focus der Götter auf dem neusten Office-Gossip, welchen Kuchen Demeter heute mitbringt und wann sie in den „wohlverdienten“ Feierabend können.
Und wenn wir schon von Office-Gossip reden: wisst ihr schon das Neuste? Der CEO Zeus ist verschwunden! Die Gerüchteküche brodelt: hat er wieder einen spontanen Urlaub eingelegt, ohne jemandem Bescheid zu sagen oder wurde er doch beseitigt, weil seine Praktiken veraltet und seine Charakterzüge intolerabel sind? Ein Motiv hätten alle, eine Ahnung hat keiner.
- Regie und Orga: Annika Huff, Jeremias Hüttemann, Sophia Lugauer & Johannes Zimny
- Text: Carla Bruhn, Annika Huff, Jeremias Hüttemann, Christopher Kügelgen, Maria Kohl, Sophia Lugauer, Johannes Zimny
- Musicalorchester unter der Leitung von Uli Noss
- Flöte 1: Helena Honselmann, MP 10b
- Flöte 2: Mona Metzinger, ehemalig
- Oboe: Johanna Münchenberg, MP 9a
- Klarinette 1 in B: Rebekka Kasper, 12s2
- Klarinette 2 in B: Zoe Hodapp & Salome Früh, beide MP 9b
- Altsaxophon in Es: Axel Straub, MP 9a
- Trompete in B: Fanny Krämer, MP 9a
- Waldhorn in F: Benedikt Stolz, MP 9a
- Posaune: Benedikt Kasper, MP 9b
- Schlagwerk: Clara Krämer, MP 10b; Timo Reh MP 8b; Michael Rein MZ 6c; Janik Wang K1/5, Jona Blasen, ehem.
- Flügel/ E-Piano: Janik Wang Mu K1/5, Nick Wlasow MP 10b, Darius Webel MP 9a, Jona Blasen ehem.
- Violine 1: Katharina Pieper Mu K2/5, Solveig Sonntag Mu K1/5, Arthur Vygen Mu 10b
- Violine 2: Teresa Noss 12s2, Amelie Huber Mu K2/2, Pia Lehmann MP 9a, Aaliyah Holthaus MP 8c, Morris Potter MP 8d, Rebekka Lewinsky Mu 8c, Isabella Daum 8w2, Alina Fekete
- Viola: Maria Kühner Mu K2/2, Jonah Baisch MP 9a
- Cello 1: Vanessa Lehmann Mu K2/5, Felia Conrad MP 8d,
- Cello 2: Charlotte Kirn Mu 8a, Rahel Herrlich Mu 8b, Ann-Cathrin Dresel MP 8a
- Kontrabass/E-Bass: Niall Exner, Mu K1/5
(Erklärungen: MP = Musikprofil (Klasse 8-10), Mu = Musik (1-stündig), K1/5 und K2/5 = Kursstufe, Musik als Leistungsfach und Abitur-Prüfungsfach (5-stündig), K1/2 und K2/2 = Musik als Basisfach (2-stündig), SG 12 = Klasse 12 am SG)
Selbst komponierte Musikstücke an diesem Abend mit ihren Komponisten/Text und den Solisten
1a. Prolog, von Jona Blasen
1b. Prolog – Reprise, von Jona Blasen
2. Ouvertüre, von Manuel Bäuerle
3. Ich bin der Chef, von Janik Wang & Niall Exner, für Zeus & Athene als Solisten
4. Ich mach immer alles falsch, von Janik Wang, für Artemis & Ares als Solisten
5. Rumpelstilzchen Lied, von Solveig Sonntag
6. Heirat, Hochzeit und Affäre, von Maria Kohl & Maya Rigsinger, für Zeus, Hera & Aphrodite als Solisten
7. Room for improvement, von Maria Kohl, für Athene, Apollo, Demeter, Artemis, Aphrodite & Ares als Solisten
8. Begleitmusik, von Darius Webel
9. Alles normal nur ohne Chef, von Arthur Vygen, Text: Felia Conrad, für Athene, Ares, Apollo, Artemis & Dionysos als Solisten
10. Keks in der Dose Rap, von Timo Reh, für Apollo, Artemis, Dionysos & Hephaistos als Solisten
11. Frisch aus dem Urlaub, von Arthur Vygen, für Poseidon als Solist
12. Reprise von 3, von Janik Wang & Niall Exner, Text: Caroline Hörth
– Pause –
13. Intermezzo, von Janik Wang & Timo Reh
14. Aber ich war das nicht, von Niall Exner, für Artemis als Solistin
15. So, jetzt ist es aus, von Nick Wlasow & Sophia Lugauer, für Hera als Solistin
16. Athenes Rechtfertigung, von Maria Kohl, für Athene als Solistin
17. Ares‘ Meinung, von Janik Wang, Timo Reh & Christopher Kügelgen, für Ares als Solist
18. Finale, von Solveig Sonntag, für Hera, Poseidon, Artemis, Aphrodite, Demeter, Dionysos, Apollo, Hephaistos & Ares als Solisten
19. Zeit für Veränderung, von Jona Blasen & Manuel Bäuerle, für Hera, Artemis, Demeter, Aphrodite, Apollo, Hephaistos & Poseidon als Solisten
20. „Best of“-Medley, von Jona Blasen & Manuel Bäuerle





























