Das Sommerkonzert der Lender war rhythmisch, sinfonisch und jazzig. Die Klangfarben reichen von moderner Gospelmusik über sinfonische Klangfarben bis zu groovigen Bigband-Swing und deshalb durften die 400 Besucher in der neuen Aula auch ein variationsreiches, niveauvolles und schönes Konzert ganz im Stile des „Musik-Gymnasiums Lender“ und als Ouvertüre für das souveräne 5:1 des deutschen Teams zum EM-Auftakt genießen. Somit entwickelte sich der Abend für die Besucher vom Musik-Festival in Sasbach zum Tor-Festival in München, die Stimmung war überall prächtig und die Fachschaft Musik präsentierte mit fünf Formationen und 170 Akteuren eine exzellente Leistung. Denn, wer an einem Fußball-Abend so viele Musiker und Sänger auf die Bühne bringt und so viele Besucher anzieht, der hat über Monate in und außerhalb des Unterrichts eine glänzende Arbeit geleistet.
Der musikalische Bogen war nach der Begrüßung durch Ulrich Noss, weit gespannt und deshalb interessant für die Zuhörer, die zum Auftakt mit der „Gospel Mass“ von Robert Ray ein Glanzlicht des Abends erlebten. Aufgeführt wurde dieses moderne sakrale Werk mit jazzigen, afro-amerikanischen Rhythmen und mitreißenden Melodien von 100 Sängerinnen und Sängern des Mittel- und Oberstufenchores von Schülern und des Projektchores von Eltern, Lehrern und Freunden der Lender, die Leitung dieses wundervollen Chores hatte Ellen Krämer. Für den jazzigen Drive sorgten Stefan Nowak (Klavier), Luis Finkenbeiner (Drums) und Christian Vierling (Bass, während die Solistinnen Sophia Lugauer und Anna Stemmle mit ihren ausdrucksstarken und faszinierenden Stimmen der „Gospel Mass“ die Krone aufsetzen. Die imposante Klangfülle des Chores, die mitreißenden Melodien und der groovenden Sound der Combo formten sich zu einem musikalischen Kunstwerk, durch das der Lobpreis Gottes und die christliche Hoffnung wie im Kyrie zum Klingen kam: „Send uns den Retter, mach meine Seele frei, gib uns dein Wort und lehre uns beten.“
Ein Herzstück der Lender-Musik ist die sinfonische Blasmusik, was das Orchester mit 50 Jugendlichen unter der Leitung von Jürgen Bruder mit variationsreichen Klangfarben bestens belegte. Es war ein Genuss, das als „Oberstufe“ ausgewiesene Stück „Puszta“ von Jan Van der Roost mit vier feurigen ungarischen Tänzen zu erleben, die mit wechselnden Tempi und farbenreicher Instrumentierung hohe Anforderungen an die Musiker stellte. Nicht minder war dies bei der klangschönen „English Folks Song Suite“ mit typisch englischen Melodien zu hören, ebenso bei dem anspruchsvollen Werk „Morceau Symphonique“ mit dem Posaunisten Benedikt Kasper, der mit einem virtuosen Solo aufwartete. Die sinfonische Blasmusik bereitete vorzüglich die Bühne für die Bigband mit ihrem „Leader“ Stefan Nowak, die für ein groovendes Finale vom Feinsten sorgte.
Während das deutsche Team schon 2:0 in Führung lag, zogen in Sasbach legendäre Standards wie „Take The A-Train“, „Black Magic Women“ oder „Caravan“ die Zuhörer in ihren Bann, denn im „Jazz-Keller“ der Lender gab es fetzigen Sound und heiße Rhythmen.
Text: Roland Spether
Fotos: Roland Spether & Dr. Cornelia Lehmann-Waffenschmidt












