„Einer für alle, alle für einen!“ Als dieser Treueschwur auf der Theaterbühne des Lender-Gymnasiums mit gezückten Degen, wehenden Mänteln und verliebten Helden laut ausgerufen wurde, da fühlten sich 700 Zuschauer als tapfere Musketiere und sofort bereit, mit dem wagemutigen Helden D’Artagnan gegen hinterlistige Bösewichter zu kämpfen, gemeine Intrigen aufzudecken und Seite an Seite für Freundschaft, Freiheit und Liebe die Degen zu schwingen. Denn die Geschichte über D’Artagnan (Theresa Brehm) und die Musketieren Athos (Lucian Magel), Porthos (Hugo Behrle) und Aramis (Oliver Reich) von Alexandre Dumas dem Älteren, präsentiert von der Mittel- und Oberstufen-Theater-AG unter der Regie von Laura Fischer, Thomas Dresel und Adrian Keller, fasziniert seit nahezu 200 Jahren die Literaturfans und Historiker. Denn hinter der Geschichte über die Musketiere verbergen sich viele menschliche Facetten von Liebe und Verrat, von Tapferkeit, Solidarität und Kampf für Gerechtigkeit, so dass bei dem herrlichen Stück auch etwas „Lender-Geist“ durchschimmerte.
Historisch wurden die Zuschauer in die Zeit des Königs Ludwig XIII. sowie des machthungrigen „Sonnenkönigs“ Ludwig XIV. hineinversetzt, für den der echte Charles de Batz-Castelmore d’Artagnan im „Holländischen Krieg“ kämpfte und am 25. Juni 1673 in Maastricht fiel. Auch Sasbach wurde am 27. Juli 1675 durch Marschall Turenne in diesen Krieg hineingezogen, so dass das Spiel über D´Artagnan noch einen besonderen Akzent hatte. Der war ein abenteuerlustiger Bauernjunge aus der verschlafenen Provinz Gascogne, wollte ein Musketier werden und tapfer für die gerechte Sache kämpfen. Doch er geriet in eine politisch verworrene Zeit, in der Ludwig XIII. (Jonathan Lusch) leichter Spielball von Kardinal Richelieu (Merle Ludwig) und dessen cleveren Spionin Mylady de Winter (Madita Sackmann) war.
Damit war die Bühne für eine perfekte, actionreiche und turbulente Mantel- und Degengeschichte um die vier Musketiere bestens bereitet und die Gäste wurden durch die starke Bühnenpräsenz der 20 Schauspieler in den Bann gezogen. „Wir haben zu Schuljahresbeginn mit dem Projekt begonnen“, meinte Adrian Keller und deutete an, wieviel Arbeit alle Akteure nach dem Unterricht auch in der Kunst des Degenkampfes mit Fechtlehrer Winni Engber einbrachten. Die 50 jungen Handwerker der Bühnenbild-AG (Leiter Eberhard Schreiber) übertrafen sich selbst, zauberten wahre Prachtbauten auf die Bühne und wechselten blitzschnell die Kulissen. Diese haben die Techniker der Veranstaltungs-AG (Leiter Bernhard Starck, Christian Vierling) mit Lichteffekten aufgewertet. Ein wahrer Genuss für die Augen waren die für die Zeit typischen, prachtvollen und mit viel Liebe bis ins Detail gefertigten Kleider durch die Kostümbild-AG (Leitung Tanja Esser), die dem famosen Schauspiel getreu dem Musketier-Motto „En garde“ die Krone aufsetzten.
Text: Roland Spether
Fotos: Roland Spether & Dr. Cornelia Lehmann-Waffenschmidt

















