Dalton-Pädagogik
Warum Dalton an der Lender? Wir denken Bildung weiter!
Unsere Schule ist mehr als ein Ort des Lernens – sie ist ein Raum für Persönlichkeitsentwicklung, Verantwortung und gelebte Gemeinschaft. Unser Leitbild „Gemeinschaft erleben. Stärken erkennen. Kompetenzen entwickeln.“ verbindet christliche Werte mit zeitgemäßer Bildung. Aus diesem Selbstverständnis ergibt sich organisch der nächste Schritt: die Nutzung der Dalton-Pädagogik an der Lender, denn nicht das Lehren steht im Mittelpunkt – sondern das Lernen.
- Warum ein neuer pädagogischer Ansatz? Wir …
- wählen einen neuen pädagogischen Ansatz, weil zentrale Strukturen des aktuellen Schulsystems den Bedürfnissen unserer Schülerinnen und Schüler nur unzureichend gerecht werden.
- stärken Selbstständigkeit, Verantwortung und Zusammenarbeit – Werte, die unser Leitbild und der Lender-Geist bereits tragen.
- bereiten damit unsere Lernenden gezielt auf Studium, Beruf und generell auf ein aktives, verantwortungsbewusstes Leben vor.
- Was ist Dalton?
- Die Dalton-Pädagogik ist ein reformpädagogischer Ansatz nach Helen Parkhurst (1887–1973). Ihr Leitsatz „Dalton is not a system, it’s a way of life“ macht deutlich: Es geht um eine Lernkultur, die Freiheit mit Verbindlichkeit verbindet. In sogenannten Dalton-Stunden arbeiten Schülerinnen und Schüler dafür eigenverantwortlich an Lernaufgaben aus verbindlichen Lernplänen; Lehrkräfte begleiten sie dabei als Mentoren und erweitern so ihre Rolle um einen zusätzlichen Aspekt im Vergleich zum bisherigen Unterrichtsmodell.
- „Freiheit in Gebundenheit“, Verantwortung, Zusammenarbeit und Selbstständigkeit sind somit die zentralen Leitmotive der Dalton-Pädagogik.
- Ziel ist es, die Selbststeuerung und Selbstorganisation zu fördern – Kompetenzen, die im Studium und der modernen Arbeitswelt entscheidend sind.
- Lernende arbeiten dazu in ihrem eigenen Tempo und entscheiden innerhalb klarer Rahmenbedingungen über Zeit, Ort, Lernpartner und Lehrkraft, bei der sie ihre Aufgaben erledigen.
- Lehrkräfte agieren so nicht mehr nur als reine Wissensvermittler, sondern auch als Coaches und Mentoren, sie moderieren Lernprozesse und unterstützen Kooperationen.
- Warum passt Dalton zur Lender? Mit Dalton …
- wird unser Leitbild konkret: Unsere Schülerinnen und Schüler übernehmen Mitverantwortung für ihren Lernerfolg, entfalten ihre Stärken und lernen in einer tragenden Gemeinschaft.
- rücken wir das Lernen stärker ins Zentrum und leben den Grundsatz: „Schwerpunkt der Schule ist das Lernen und nicht das Lehren!“
- fördern wir systematisch Zukunftskompetenzen wie Planen, Organisieren, Reflektieren und kooperatives Arbeiten, und das mit Struktur, als Freiheit innerhalb transparenter Lernpläne und Zeitfenster
- Wie setzen wir Dalton konkret um?
Wir organisieren uns so um, dass wir …
- 2/3 im klassischen Unterricht belassen und 1/3 als Dalton-Stunden in (nahezu) allen Fächern ermöglichen.
- in 5‑Wochen‑Zyklen mit klaren Zielen, Aufgaben und Terminen planen, so dass Lernwege für alle Beteiligten transparent sind.
- die meisten Nebenfächer epochalisieren, also auf Halbjahre konzentrieren, damit Lernende fokussierter arbeiten können.
- Anwesenheit, Arbeitsverhalten und Fortschritt in einem übersichtlichen Dalton-Planer
In Dalton-Stunden …
- stehen offene Fachräume zur Verfügung, und Lehrkräfte sind als Ansprechpartner und Mentoren präsent.
- wählen Schülerinnen und Schüler 2x täglich Raum, Lehrkraft usw. und bearbeiten Lernaufträge, die so konzipiert sind, dass sie innerhalb der Dalton-Stunden zu schaffen sind.
- bieten wir zahlreiche passende Lernumgebungen an – neben den Fachräumen der Lehrkräfte, wird die Auswahl von Stillarbeitsräumen bis zu Räumen für aktive Zusammenarbeit reichen.
- Als Nebeneffekt reduzieren wir so Unterrichtsausfall, indem parallel unterrichtende Lehrkräfte im Bedarfsfall Dalton-Stunden übernehmen können und Klassen fachlich auf Stand halten.
- Geplanter, behutsamer Übergang
- Wir führen die Dalton-Pädagogik ab dem Schuljahr 2027/28 schrittweise ein – mit Vorlauf, Information und gezielter Qualifizierung –, damit alle Beteiligten neue Freiheiten und Verantwortungen sicher kennenlernen.
- Wir werden den Start der Jahrgänge nach sorgfältigen Abwägungen erst noch entscheiden und dabei v.a. auch Erfahrungen anderer Schulen reflektiert einbeziehen.
- In einer Einlernphase:
- leiten wir eng an und erweitern die Möglichkeiten der Selbststeuerung durch die Lernenden schrittweise.
- ordnen Lehrkräfte Dalton-Stunden dafür ihren Fächern zu, ganz wie im fachbezogenen, klassischen Unterricht, und lassen eigenständiges Arbeiten kontrolliert anwachsen.
- erproben wir systematisch geeignete Auftragstypen
- sowie angemessene Längen & Komplexitäten, um Über- wie Unterforderung zu vermeiden, je nach Klassenstufe.
- Wir sichern Qualität über Fortbildungen aller Kollegen, ein monatliches Dalton‑Gremium aus Vertretern aller Fachbereiche, fächerübergreifende Abstimmungen, enge Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat …
- Fragen der Umsetzung - woran wir gerade arbeiten ist z.B.:
- die Lage der Dalton-Stunden im Stundenplan, um Lernrhythmus und organisatorische Möglichkeiten zu optimieren,
- die Entwicklung des Dalton-Planers zur sinnvollen Dokumentation der Anwesenheit in Dalton-Stunden in den offenen Räumen, der Qualität der Auftragsbearbeitung und eventueller Förderbedarfe,
- ein tragfähiges Mentoring‑Konzept mit fest eingeplanter Mentoren-Stunde für alle Lernenden
- ein flexibles Raumkonzept innerhalb der bestehenden Infrastruktur, um unsere Raumnutzung in den Dalton-Stunden zu optimieren,
- die Verortung besonderer Schulwochen wie Fahrten, Projekte und Praktika so, dass sie mit Dalton-Stunden sinnvoll zusammenspielen.
Was bringt Dalton für die Lender? Vorteile für alle!
- Schülerinnen und Schüler
- übernehmen früher und verlässlicher Verantwortung für ihren Lernerfolg,
- lernen gezielt Selbstständigkeit und Kooperation sowie auch das Einhalten von Vereinbarungen.
- erwerben Planungs‑, Organisations‑ und Reflexionskompetenzen und behalten über 5‑Wochen‑Lernpläne jederzeit den Überblick, nicht zuletzt für eine bessere Prüfungsvorbereitung,
- profitieren von einem entschleunigten Tagesrhythmus und erhalten individuelle Unterstützung bei Lehrkräften ihrer Wahl,
- finden durch Förder‑ und Forderangebote innerhalb der Unterrichtszeit passende Lernchancen und bereiten sich auch hier selbstverantwortlich besser auf Prüfungen vor.
- Lehrkräfte
- planen vorausschauend transparent,
- sichern durch die Verzahnung von Dalton-Stunden und Regelunterricht hohe Qualität,
- erstellen Lernpläne in kollegialer Zusammenarbeit, was durch Bündelung der Fachkompetenzen ebenfalls eine hohe Qualität sichert,
- haben in den Dalton-Stunden Zeit für individuelle Beratungen,
- lernen so mehr Schülerinnen und Schüler persönlich kennen und begleiten sie nicht nur als Wissensvermittler, sondern als Coaches und Mentoren.
- Die Lender insgesamt
… gewinnt somit an
- Transparenz, da Erwartungen und Lernwege klar sind,
- Möglichkeiten passgenauer Förderung und anspruchsvoller Zusatzangebote,
- Effizienz, da Vertretungen inhaltlich wirksam greifen,
- Identifikation, denn unsere Lernkultur wird sichtbar gelebt.
Fördern und Fordern – passgenau
- Wir fördern gezielt
- Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf arbeiten in Dalton-Stunden mit ihren Fachlehrkräften oder in spezifischen Angeboten an ihren Hürden (z. Bruchrechnung, Zeitengebrauch, Rechtschreibung).
- Bei Bedarf können Lernende in den Dalton-Stunden von den Fachlehrkräften gezielt einbestellt werden, um ihre Lernaufträge direkt beim Fachlehrer zu erledigen (in besonderen Fällen könnte so z.B. auch der gesamte Stundenplan individuell vorgegeben werden).
- Bei Fehlzeiten ist eine strukturierte Nacharbeit durch klare Lernpläne und in den Dalton-Stunden ansprechbare Fachlehrkräfte gewährleistet.
- Wir fordern gezielt
Lernstarke Schülerinnen und Schüler können Interessen vertiefen in Projekten oder eventuell sogar aus unserem riesigen AG-Angebot – das teilweise in Dalton-Stunden dann auch bereits am Vormittag stattfinden kann. – Dies ist einer der Punkte, an deren Ausgestaltung und Umsetzung wir derzeit arbeiten
Elternperspektive und Beteiligung
- Bereits im Schuljahr 2024/25 ...
- fanden erste Informationsveranstaltungen für Lehrkräfte und Elternbeirat statt, so z.B. am Pädagogischen Tag an unserer Schwesterschule St. Dominikus in Karlsruhe, an dem sich Gespräche entwickelten zwischen Schulleitungen, Lehrkräften und Elternvertretern, ob die Dalton-Pädagogik ein Konzept sein könnte für die Lender, um der Unzufriedenheit der Eltern, Schüler und Kollegen mit dem klassischen Schulsystem zu begegnen.
- Eine vertiefte Beschäftigung mit den Überlegungen zum Dalton-Konzept setzte sich im Schuljahr 2025/26 fort, z.B. beim Kongress mehrerer Schulen der Schulstiftung (SST) am St. Landolin-Gymnasium in Ettenheim im Nov 2025 für das gesamte Kollegium der Lender und Elternvertreter, mit Informationen aus erster Hand vom stv. Schulleiter S. Gaggelmann vom Dalton-Gymnasium Alsdorf.
- Auf der Herbstsitzung des Gesamtelternbeirats der SST-Schulen in Mannheim, ebenfalls im Nov 2025, befürworteten die Elternbeiratsvorsitzenden einstimmig das Dalton-Konzept. Stiftungsdirektor P. Krug erklärte daraufhin weitere Punkte und mögliche Vorgehensweisen, damit sich die interessierten Schulen auf den Weg in Richtung Dalton begeben können.
- Schnell wurde also klar: Elternvertreterinnen und -vertreter sehen viele Chancen, z.B., dass die Dalton-Pädagogik
-
- selbstständiges Arbeiten stärkt und den Übergang von der Grundschule ins Gymnasium konstruktiv fortführt,
- klare Strukturen und Vergleichbarkeit der Unterrichte zwischen Fachlehrkräften ein Gewinn ist für Fairness und Transparenz,
- Mentoring Schülern verlässliche Ansprechpartner bietet, unabhängig von Bewertungen,
- Lernenden erleichtert bei unterschiedlichen Lehrkräften Impulse oder auch Erklärungen einzuholen, für individuelle Unterstützung.
- Auf der Frühjahrssitzung des Gesamtelternbeirats der SST-Schulen im März 2026 an der Lender gab es nun erste Berichte aus Elternsicht, welcher Weg an welcher SST-Schule beschritten wird. Wir an der Lender halten eine gute Planung für essenziell und haben dafür u.a. monatliche Sitzungen des Dalton-Gremiums angesetzt, in die Vertreter aller Fachbereiche gemeinsam über offene Fragen, nächste Schritte und die optimierte Vorgehensweise beraten.
- Wie geht es nun weiter? Rückmeldungen sind ausdrücklich erwünscht!
- Wir wollen in Zusammenarbeit mit dem Elternbeirat strukturierte Rückmeldewege etablieren und regelmäßige Beteiligungsmöglichkeiten ermöglichen, denn: Gemeinsam gestalten wir die Lender als Lern- und Lebensraum, in dem Lernen zählt – und jeder seinen Weg findet!
- Haben Sie also Anregungen oder Fragen, geben Sie diese gern an die Elternvertreter der Klasse ihres Kindes weiter oder unter elternbeirat@lender-gymnasium.de. Die Elternbeiräte tragen diese dann ins Dalton-Gremium und diskutieren mit bei ihrer Umsetzung.
Was unser Schulträger möglich macht
- Die Vernetzung der Schulen der Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg
- … hebt ein besonderes Potenzial: Fachkollegen arbeiten nun, wo mehrere Schulstiftungs-Schulen über die Dalton-Pädagogik beraten, schulübergreifend zusammen, entwickeln gemeinsame Qualitätsstandards und bilden Stiftungs-Fachschaften. Durch diese Arbeitsteilung entstehen tragfähige, vielfach geprüfte Lernpläne, Aufgabenpools und Prüfungsformate, die kontinuierlich weiterentwickelt werden.
- Unser großer Schulverbund ermöglicht so übergreifend eine Vernetzung, die einzelne Schulen allein nicht erreichen könnten – ein Alleinstellungsmerkmal, das für hohe inhaltliche Qualität, Vergleichbarkeit und Verlässlichkeit steht.
- Weitere Vorteile sind die schnellere Aktualisierung und Überarbeitung von Materialien durch breiteres Feedback, wenn nötig, vertiefte fachliche Spezialisierung innerhalb der Teams (z. Diagnose, Differenzierung, digitale Tools), die gemeinsame Fortbildungslandschaft mit Best-Practice-Transfer, belastbare Vertretungs- und Mentoring-Strukturen über Schulgrenzen hinweg sowie mehr Transparenz für Eltern und Lernende über Inhalte und Leistungsanforderungen.
- Kurz: Die Schulstiftung schafft eine professionelle Lern- und Entwicklungsumgebung für Lehrkräfte – und damit messbare Qualitätsgewinne für die Schülerinnen und Schüler.

Kurz & knapp: Dalton an der Lender
- 2/3 des Unterrichts finden wie gewohnt als Regelunterricht im Klassenverband statt; 1/3 ist Dalton-Zeit mit verbindlichen Lernplänen.
- Innerhalb klarer Ziele und Zeiten entscheiden Lernende in der Dalton-Zeit frei, welchen Lernauftrag sie wann, wo, mit wem und bei welcher Lehrkraft bearbeiten.
- Lehrkräfte begleiten als Coaches und Mentoren und geben gezieltes, individuelles Feedback und Unterstützung.
- Transparenz, Planbarkeit und individuelle Förderung bzw. Forderung sind systematisch verankert.
Unser Fazit: Dalton ist für die Lender die konsequente Weiterentwicklung unseres Leitbilds. Es verbindet Freiheit und Verantwortung, Individualisierung und Gemeinschaft, Struktur und Wahlmöglichkeiten. So bereiten wir junge Menschen darauf vor, ihr Lernen – und ihr Leben – selbstbewusst, mitfühlend, eigenverantwortlich und reflektiert zu gestalten.
Häufige Fragen
- Geht Unterricht verloren?
Nein. 2/3 der Inhalte werden im Regelunterricht vermittelt, 1/3 wird in Dalton-Stunden eigenständig erarbeitet. Es geht weder Unterrichtszeit verloren noch wird zusätzliche Zeit aufgeladen.
- Was, wenn die Motivation fehlt?
Die Dalton-Pädagogik macht Lernhaltungen früh sichtbar und ermöglicht so frühzeitigere Unterstützung durch Mentoring, Klassenleitungen und Förderangebote als im klassischen Schulsystem.
- Wie profitieren leistungsstarke Lernende?
Sie erhalten Raum für Vertiefungen und Projekte innerhalb der Dalton-Stunden – ohne Verlagerung in den späten Nachmittag.
- Was passiert bei Fehlzeiten?
Dank klarer 5‑Wochen‑Lernpläne ist Nachholen strukturiert und nachvollziehbar möglich, um nahtlos wieder einzusteigen.
- Ist Dalton und Montessori nicht dasselbe?
Dalton ist nicht Montessori, beide Ansätze sind pädagogische und haben so natürlich gemeinsame Anliegen, unterscheiden sich aber grundlegend – hier ein Überblick:
- Beide Ansätze stellen das Lernen in den Mittelpunkt, fördern Selbstständigkeit und Verantwortung und verstehen Lehrkräfte als Lernbegleiter, bei Dalton bekommt das Mentoring durch die Lehrkraft allerdings eine zentrale Rolle.
- Dalton strukturiert Selbstverantwortung vor allem über Planung, Zeitmanagement und Kooperation anhand klarer Fachaufträge auf Basis der Bildungspläne; es ist somit curricular gerahmt und prüfungskompatibel – mit Freiheit innerhalb klarer Strukturen. Währenddessen ermöglicht Montessori Selbsttätigkeit vor allem über freie Wahl spezifischer Materialien und orientiert sich an sensiblen Entwicklungsphasen.
- Damit bereitet in unseren Augen, die Dalton-Pädagogik besonders gut auf Anforderungen in Studium und Arbeitswelt vor, ohne Individualisierung aber auch Gemeinschaft aus dem Blick zu verlieren.
- Sie wollen es noch genauer wissen? ⇒ Hier gibt es einen detaillierten Vergleich der Konzepte