Exkursion der J2 des WG zum Ernährungszentrum Ortenau

2026 06 Lender Gymasium Wi Hauswirtschaftszentrum OG (3)

Im Rahmen des Wirtschaftsunterricht besuchten die Klassen J2.w1 und J2.w2 das Haus- und Ernährungswirtschaftliche Zentrum in Offenburg. Dort erhielten die Schülerinnen und Schüler jede Menge spannende Einblicke rund um das Thema Haushalt.

Nach einem herzlichen Empfang wurden die Teilnehmenden in drei Gruppen aufgeteilt, welche jeweils folgende Einheiten erwarteten:  Geld und Einkauf, Ordnung und Reinigen und Wäschepflege. Aspekte, die für die Abiturientinnen und Abiturienten spätestens beim Umzug in eine eigene Wohnung oder Wohngemeinschaft an Bedeutung gewinnen werden.

Die erste Station behandelte nachhaltiges Haushalten mit einem wöchentlichen Budget von rund 90€. Dieses errechnet sich durch die Subtraktion der monatlichen Fixkosten (z.B. Miete, Studiengebühren, Bahnticket) von den monatlichen Einnahmen (z.B. BAföG, Kindergeld, Nebenjob).  Anschließend wurden fleißig individuelle Wocheneinkäufe geplant, wofür zwischen 55€ und 85€ anfallen würden. Schnell wurde klar: Um genügend Geld für andere variable Kosten, wie Kleidung oder Freizeitaktivitäten übrig zu haben, müssen Prioritäten gesetzt werden. Hierfür wurde den Schülerinnen und Schülern ans Herz gelegt, in Zukunft nachhaltig einkaufen zu gehen. Also mit Einkaufszettel, eigener Tasche und am besten nicht hungrig. So können Impulskäufe vermieden werden und folglich finanzielle Mittel gespart werden.  Zum Abschluss der ersten Einheit wurden die Teilnehmenden daran erinnert, dass Produkte mit Mindesthaltbarkeitsdatum auch nach dessen Ablauf meist unbedenklich zu konsumieren sind, einfach vor dem Verzehr die Faustregel beachten:  sehen – riechen – schmecken.

Die zweite Einheit, das Reinigen, begann mit einem etwas ungewöhnlichen Bild. Jeder schnappte sich ein Reinigungsmittel- und Utensil seiner Wahl und stellte sich in einen Halbkreis. Danach wurde Reihum die jeweilige Auswahl präsentiert und wofür sie verwendet wird. Wie gut, dass die Reiniger alle beschriftet waren und der Name deren Funktion schon verriet.  Sonst wäre der ein oder andere etwas ratloser dagestanden. Den Schülerinnen und Schülern wurde zudem erklärt, dass starke Reiniger nicht immer notwendig sind. Oft reichen Wasser, ein geeignetes Reinigungsmittel und die richtige Technik aus. Beim Backofen kann man hartnäckigen Schmutz zunächst einweichen lassen, bevor man ihn entfernt. Dadurch muss man weniger schrubben und benötigt keine aggressiven Chemikalien. Außerdem wurde erklärt, dass zu viele Reinigungsmittel die Umwelt belasten und Haut oder Atemwege reizen können. Im Anschluss wurde betont, dass man beim Putzen immer systematisch vorgehen sollte. Es ist sinnvoll, von oben nach unten zu arbeiten. So fällt Staub nicht auf bereits gereinigte Flächen und man spart Zeit. Außerdem sollte man den Raum Schritt für Schritt reinigen und nicht wahllos beginnen. Beim Wischen ist es wichtig, gleichmäßige Bahnen zu machen, damit keine Stellen vergessen werden. Dadurch wird die Arbeit gründlicher und das Ergebnis sauberer. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Hygiene. Besonders im Badezimmer muss sorgfältig gearbeitet werden. Für die Toilette sollten immer eigene Reinigungstücher oder Schwämme verwendet werden, damit keine Keime auf andere Flächen übertragen werden. Auch die Toilettenbürste sollte regelmäßig gereinigt und nach einiger Zeit ausgetauscht werden. Wir haben gelernt, dass sich dort viele Bakterien ansammeln können. Nach dem Putzen sollte man sich außerdem gründlich die Hände waschen. Auch die Reinigung in der Küche wurde besprochen. Da dort Lebensmittel gelagert und zubereitet werden, ist Sauberkeit besonders wichtig. Arbeitsflächen, Spüle, Herd und Küchenschränke sollten regelmäßig gereinigt werden. Der Kühlschrank darf ebenfalls nicht vergessen werden. Alte Lebensmittel sollten entsorgt und die Ablagen sauber ausgewischt werden, damit sich keine Keime oder unangenehmen Gerüche bilden. Besonders nach dem Zubereiten von rohem Fleisch sollte man Arbeitsflächen und Küchenutensilien gründlich reinigen. Zum Schluss dieser lehrreichen Einheit grübelten die Schülerinnen und Schüler über einer mal etwas anderen Schätzfragen: 1. Wie oft sollte der Kühlschrank innen gesäubert werden? Und 2. Wie oft sollte mal die Klobürste wechseln? Hier konnte sich keiner vor einer Antwort drücken. Dementsprechend interessant fielen diese auch aus. Wie wäre es mit zwei Mal im Jahr den Kühlschrank säubern und nach jedem benutzen die Klobürste wechseln? Nicht ganz…Die korrekte Antwort sind 1. alle zwei Wochen und 2. zweimal im Jahr.

Im dritten Teil ging es um die Wäschepflege. Diese stellte so manchen vor eine Herausforderung. Zunächst musste ein bunt gemixter Kleiderhaufen nach geeigneter Waschtemperatur und Farben sortiert werden. Während die Mädchen sich dieser Aufgabe mit großer Hingabe annahmen, fühlten sich die Jungen nach einminütigem Versuchen in der naja… Beobachterperspektive wohler. So aber lernten die Teilnehmenden, wie wichtig das Sortieren der Wäsche ist. Helle, dunkle und bunte Kleidung sollten getrennt gewaschen werden, damit sich die Farben nicht vermischen. Auch Handtücher oder Bettwäsche können je nach Material und Verschmutzung getrennt gewaschen werden. Außerdem setzten sich die jungen Erwachsenen mit den Pflegezeichen auf den Etiketten auseinander. Diese zeigen zum Beispiel, bei welcher Temperatur ein Kleidungsstück gewaschen werden darf. Auch die Waschmaschine wurde erklärt mit den verschiedenen Programmen und wofür diese geeignet sind. Nicht jede Wäsche muss bei 60 oder 90 Grad gewaschen werden. Für viele Kleidungsstücke reichen niedrigere Temperaturen aus. Das spart Energie und schont die Kleidung. Beim Waschmittel wurde erklärt, dass die richtige Dosierung wichtig ist. Zu viel Waschmittel macht die Wäsche nicht sauberer, sondern kann Rückstände auf der Kleidung hinterlassen und die Waschmaschine belasten. Deshalb sollte man sich an die Dosierungsempfehlungen halten. Auch Weichspüler oder stark parfümierte Waschmittel sind nicht immer notwendig, da sie empfindliche Haut reizen und die Umwelt zusätzlich belasten können.

Zum Schluss der Exkursion bedankte sich die J2 des Wirtschaftsgymnasiums herzlich bei den Mitarbeiterinnen für die freundlichen Erklärungen und ihre Zeit. Diese vermittelten jede Menge wichtige Lifehacks für nachhaltiges Handeln und zwar mit beeindruckendem Fachwissen. Sicherlich werden die jungen Menschen die Tipps und Tricks in dem neuen Lebensabschnitt, der ihnen bevorsteht, anwenden können.

 

Text: Kim Belikan & Devrim Sahin, J2.w2
Fotos: Oliver Böhme