Incubus – Eigenkomponiertes Schüler-Musical mit starker Botschaft und aktuellem Zeitbezug

2026 07 Lender Gymnasium Musical Incubus (19)

Leben heutige Menschen für sich in einem schönen Traumland? Denken sie nicht im Traum an andere Menschen? Bereiten sie Anderen gar schlimme Albträume? Eine nicht einfache Thematik, die sich die Lender-Schüler vom Text-, Regie- und  Orga-Team für die jüngste Musical-Produktion „Incubus – versalzene Träume“ ausdachten, die bei zwei Aufführungen in der voll besetzten Lender-Aula ein voller Erfolg war und die kreative Kompetenz von Schülern mit einer fantastischen Reise in das „Traumland“ auf die Bühne brachte. Über 100 Schülerinnen und Schüler quer durch alle Klassenstufen wirkten mit. Vom Unterstufenchor über das Orchester und das Team der Schauspieler bis zur Kostüm-, Bühnenbild – und Technik-AG arbeitet ein großes Ensemble an der neuen Eigenkomposition. Unter der Regie von Elias Bruhn und Clara Kachel reihte sich dieses neue Werk bestens in die Serie selbst geschriebener Musicals wie „Die Reise nach Karthago“, „Das dunkle Geheimnis der Lady Brightham“ oder  „Elysion – Die Insel der Seligen“ ein, die Gesamtleitung lag wieder in Händen des Musiklehrers Ulrich Noss.

Vor zwei Jahren begannen die Vorbereitungen. Es wurden Teams gebildet, für die Vergabe der Rollen gab es ein Casting und viele Partner kamen hinzu, denn ein solches Projekt kann nur ein Gemeinschaftswerk vieler sein. Die Mitglieder des Textteams einigten sich schnell auf das Thema „Incubus“ und damit auf jenen mythologischen Herrscher über die Albträume, der schon den Menschen der Antike Angst und Schrecken einjagte. Im Musical ging es nun um das Land der Träume, in dem die ganze Menschheit friedlich vor sich hin träumt, zumal die Traumpolizei für ein angenehmes Schlaferlebnis sorgt. Doch eines schönen Tages ändert sich alles. Der Träumende Kathaniel (Lucian Magel) erhebt sich als Herrscher über die Träume aller Menschen und wandelt das Traumland in ein Land der Albträume. Wie kann das sein? Kann er aufgehalten werden? Gibt es ein Happy End?

Dass hinter dem „Diktator“ und der Auflehnung der Menschen gegen ihn auch aktuelle Bezüge stecken, braucht nicht viel Fantasie.  In einer unsicheren Welt haben gerade Jugendliche Angst vor der Zukunft weil sie nicht wissen, was auf sie zukommt. „Die größte Angst ist die vor Kriegen und wenige scheinen sich Gedanken darüber zu machen, welche Konsequenzen Kriege haben und was Diktatoren anderen Menschen zufügen können“, so Lucian Magel, der mit Lukas Metz, Maya Rigsinger, Solveig Sonntag und Medea Wäldele zum Text-Team gehörte. Jede Menge Arbeit neben dem Unterricht hatte auch das Orgateam mit Lucia Carranco-Mayer, Johannes Zimny, Anne-Sophie Haug und Emily Schuler, denn die ganzen Abläufe mussten besprochen, organisiert und ausgeführt werden, bis sich erstmals der Vorhang heben kann und die Zuschauer wechselnde Bühnenbilder, spannende Szenen und ein glückliches Happy End erleben können. Doch Ideen sind das eine, die Umsetzung das andere und dies betrifft vor allem die Musik und die Lieder, mit denen die vielen emotionalen Facetten des Stücks zum Klingen kommen sollen.  Auch dazu formierte sich ein Team unter dem Motto „Wer Musik an der Lender hat, kann auch komponieren“, so Felia Conrad. Ihr Talent als Komponisten und Songschreiber brachten auch Isabella Daum, Solveig Sonntag, Timo Reh, Manuel Bäuerle, Nick Wlasow, Arthur Vygen, Benedikt Stolz, Anna Doll, Darius Webel, Theresa Brehm, Lukas Metz, Hanna Schaare und Claudius Spinner ein, so dass sich aus vielen kleinen „Puzzlestücken“ ein großes Gesamtwerk formte. Nur gut, dass auch eine pfiffige  „Traumpolizei“ im Einsatz war und Merle Ludwig, Victoria Yadlowskyy, Felice Kehret, Illia Serdiuk, Mia Meier alle Hebel in Bewegung setzt, dass die Menschen in Ruhe und Frieden im Traumland leben konnten. Doch letztlich war es Ehefrau Sophy (Maya Rigsinger), die den Möchtegern-Herrscher über das Traumland zur Selbsterkenntnis brachte, was er mit seiner Gedankenlosigkeit anderen Menschen zufügte.

Text: Roland Spether
Fotos: Roland Spether, Claudia & Florian Vygen