Das jüdische Volkslied „Hora Jerusalem“ – „Für dich Jerusalem“ des großen Projektchores erklang beim Sommerkonzert in der Lender-Aula nicht nur als Sehnsuchtslied nach Frieden „in den Mauern der heiligen Stadt, in der ein neues Licht scheinen soll“. Es war auch ein Lied für Frieden zwischen dem Jordan und dem Meer, im ganzen Land und in der Welt, das Schüler, Eltern, Lehrer und Freunde des Lender-Gymnasiums unter der Leitung von Ellen Krämer im typischen Klezmer-Stil und in Hebräischer Sprache darboten. Dies weckten Erinnerungen an die Lender-Leyada-Projekte seit 2007, als sich Schüler in Sasbach und in Jerusalem trafen, gemeinsam sangen, musizierten und kreativ tätig waren und eine sehr lebendige Freundschaft pflegten. Seit der letzten Reise nach Jerusalem 2019 ruht das Projekt aufgrund der kriegerischen Konflikte, doch die von Maren Haas formulierte Hoffnung besteht, dass sich der alte jüdische Wunsch erfüllt: „Nächstes Jahr in Jerusalem.“
Lieder um die bleibend aktuellen Themen von Frieden, Freiheit und Menschlichkeit hatte Ellen Krämer mit „ihren“ Sängerinnen und Sänger vom Mittel- und Oberstufenchor und dem Projektchor für das Konzert vorbereitet, das Schulleiter Marco Cataldo eröffnete und zu den Traditionskonzerten im Kulturkalender der Lender gehören. Der homogene Klang, die überzeugende Prägnanz und die inhaltliche Qualität der Chöre formten sich zu einem musikalischen Kunstwerk mit einer starken Botschaft wie bei „Finlandia“ von Jean Sibelius als der „Hymne der Freiheit“ der Menschen in Finnland.
Dem Blasmusiker, Posaunisten und Musiklehrer Jürgen Bruder ist es über eine lange Zeit immer wieder gelungen, Schüler der Mittel und Oberstufe für die anspruchsvolle sinfonische Blasmusik zu begeistern. Nun konzertierten nahezu 50 junge Musiker mit niveauvollen Kompositionen im Stile bilderreichen Programmmusik, die wie bei „Mountain of History“ von Markus Götz die Geschichte des Berges rund um die imposante Bergfestung Hohenasperg mit originellen Klangfacetten skizziert. Mit „Chorale for winds“ von Martin Scharnagl präsntierte das Orchester ein melodisch schönes Werk mit pädagfogischer Note, denn beim Einstudieren gab es für die jungen Talente viele Infos zu musikalischen Parametern wie Intonation, Zusammenspiel und Phrasierung. Den aktuellen norwegischen Kult-Move „Viking Row“ mit Ruderschlägen und der lauten Anfeuerung „Heia“ hat Michael Geisler in sein Stück „Voice of the Vikings“ zwar nicht eingebaut. Aber die Zuhörer wurden mit auf ein Wikinger-Schiff genommen, legten sich mit den Nordmännern in die Riemen und feierten nach ihrer abenteuerlichen Fahrt ein fröhliches Fest in Haithabu.
Für das Final eines erfrischenden, attraktiven und niveauvollen Konzertes sorgte die Lender-Bigband mit ihrem „Leader“ Stefan Nowak, die mimt zu den Ensembles mit langer Tradition gehört. Mit dem Jazz-Standard „Caravan“ entfachte die Band gleich den richtigen Groove im „Jazz-Keller“ der Lender. Von den ersten Takten zog dieses Stück mit „exotischem“ Sound in den Bann, die Besucher wippten irgendwie mimt und die Band gab ihr Bestes. Auch bei Klassikern wie „The Pink Panther“ und „Oye como va“ präsentierte die Bigband einen fetzigen Sound und Rhythmik pur, der ein super Konzert krönte.
Text: Roland Spether
Fotos: Roland Spether, Dr. Cornelia Lehmann-Waffenschmidt








