Wer an einem Freitagmorgen um 6:32 Uhr in Wien aus dem Nachtzug steigt, hat normalerweise eine klare Vorstellung vom nächsten Programmpunkt: Schlaf. Unser Musik-LK hatte etwas anderes im Sinn: Kaiserschmarren. So gestärkt, konnte die Studienfahrt beginnen. Wien, die Lender ist da!
Die Stadt macht es Musikern leicht, denn an jeder Ecke wartet ein musikalisches Highlight. Am Freitagabend führte uns das Musical „Maria Theresia“ mitten in die Geschichte der Stadt, am Samstag folgte die „West Side Story“ in der Volksoper, und später am Abend durfte der Kurs sein Talent in der Karaokebar beweisen. Am Sonntag erlebten wir im Konzerthaus junge, hochbegabte Solistinnen und Solisten, begleitet von den Wiener Symphonikern. Musical, Oper, Orchester: Es ging quer durch die Gattungen, und keine Vorstellung war bloßes Pflichtprogramm.
Tagsüber ging es weniger ums Zuschauen als ums Entdecken. Im Haus der Musik wurde Klang zum Experiment, und im Instrumentenmuseum in der Hofburg standen wir vor Instrumenten, die man sonst nur aus dem Lehrbuch kennt. Auf dem Zentralfriedhof besuchten wir die Gräber der ganz Großen, ein stiller Moment mitten im Programm. Am Stephansdom blieb man unwillkürlich stehen und schaute nach oben.
Was bleibt, ist mehr als eine Liste von Sehenswürdigkeiten. In Wien liegen Musikgeschichte und lebendiges Musikleben so dicht beieinander, dass man beides gleichzeitig erleben kann. Diese Vielfalt kann kein Klassenzimmer bieten, und für viele im Kurs war die Fahrt ein Impuls für das eigene Musizieren und Hören.
Text & Foto: Stefan Nowak

