Öffnet in einem neuen Tab

#WELTfairÄNDERER – Die etwas andere Schulwoche im Sep/Okt 2026

2026 09 Lender Gymnasium Nachhaltigkeit WeltfairÄnderer (7)

Lässt sich die Welt jetzt fair ändern? Eine spannende, zukunftweisende und lebenswichtige Frage, für die angesichts desweltweit spürbaren Klimawandels, der zunehmenden Umweltzerstörung und der sozialen Ungerechtigkeit dringend Antworten gesucht werden müssen. Deshalb stehen die Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Gerechtigkeit in dieser Woche auf dem  Stundenplan nahezu aller Klassen des Lender-Gymnasiums, um die Schüler mit dem Team „Jetzt WELTfairÄNDERN!“ vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) in der Erzdiözese Freiburg sensibel für diese wichtigen Themen zu machen.

„Wir möchten miteinander überlegen und entdecken, was Schülerinnen und Schüler in ihrem Lebensraum und mit ihren Möglichkeiten tun können, sich für eine nachhaltige und gerechte Welt einzusetzen“, so Leah Bendl. Die Referentin von „Jetzt WELTfairÄNDERN!“ ist eine Woche lang mit einem Team zu Gast im Lender-Gymnasium, nachdem Schülerseelsorger Gabriel Breite die Initiative ergriff, die Unterstützung der Schulleitung erhielt und das Projekt vorbereitete. Mit dabei waren Katja-Lang-Cappel (Schulleitung) sowie Sonam Teuffel und Patricia Hodapp von der Juniorfirma „El Mundo“, die sich nach dem Konzept „fair-nah-logisch-pädagogisch“ in die etwas andere Schulwoche mit 26 Workshops vormittags und 16 Aktivitäten nachmittags einbrachten. Die Klassen konnten sich für Themenfelder wie globaler Handel, Umwelt und Klimaschutz, Soziales und Kooperation entscheiden. Bei den frei zugänglichen Angeboten an den Nachmittagen geht es um Themen wie „OpenStreetMap – Die Weltkarte, die uns allen gehört“, „Vom Fußabdruck zum Verhaltens-Navi“ oder Schöpfung, Achtsamkeit und Taizé-Gottesdienst.

Bei dem Projekt „Bildung für nachhaltig Entwicklung“ geht es nach Leah Bendl darum, ausgehend von der Lebensrealität der Schüler zu überlegen, wo sie selbst etwas verändern oder bewusst kleine Dinge etwa für mehr Nachhaltigkeit praktizieren können. „Unser Vorteil ist, dass wir zwar mit Schulen zusammenarbeiten, aber einen außerschulischen Ansatz haben und mit unseren Workshops auch didaktisch-methodisch einen etwas anderen Zugang zu den Schülern finden.“ Dabei wird großen Wert auf das Miteinander gelegt, sich als ein Team zu erfahren, gemeinsam nach Lösungen zu suchen und dabei auch über individuelles Handeln nachzudenken. „Das Grundwissen, dass Fahrradfahren besser ist als Autofahren, und worauf es beim Kauf von Waren ankommt, ist bei den Schülern schon vorhanden“, so Leah Bendl. Doch viele Entscheidungen werden gar nicht von ihnen getroffen, sondern von ihren Eltern, ihrem persönlichen Umfeld und im Großen von der Politik mit ihren aktuellen Krisen und Problemen. Deshalb braucht es zum „WeltfairÄndern“ nicht nur den Einzelnen, sondern möglichst viele, die als Gesellschaft und Gemeinschaft kollektive Verantwortung übernehmen, anpacken und etwas ändern wollen. „Denn wir können uns nicht darauf verlassen, dass die Politik etwas macht oder Strukturen sich von alleine ändern“, so die Projektleiterin.

„Die Welt ist schon ziemlich kaputt, nur merken wir das hier bei uns noch nicht so stark“, meint der Zehntklässler Claudius Spinner. „Doch es gibt andere Regionen auf der Welt, in denen die Auswirkungen des Klimawandels stärker zu spüren sind, nur ist das uns nicht so bewusst.“ Deshalb sind solche Aktionen wie jetzt an der Lender wichtig, „damit jeder einmal überlegt, was er tun kann.“ Viele Jugendlichen machen sich auch Sorgen, weil es ihre Zukunft und die der nachfolgenden Generationen „noch viel mehr betrifft“.

Für die Klassenkameradin Romy Rößler könnte für Jugendliche eine Möglichkeit sein, ihre Kleider auch aus Secondhand zu kaufen und auf „Fast Fashion“ zu verzichten. Denn die wird billig produziert, verkauft und oft nach kurzer Zeit als Wegwerfware entsorgt. Auch Romy Rößler sieht beim bewussten Einkauf und dem Verzicht auf lange Lieferketten einen konkreten Beitrag, den jeder leisten kann. Dies bekräftigte die Mitschülerin Lilly Marzluf und könnte sich vorstellen, dass die Leute mehr darauf achten, weniger mit dem Flugzeug in den Urlaub zu fliegen oder im Alltag mehr Bus und Bahn zu benutzen. Alle drei Zehntklässler finden das Projekt gut, da die Schüler viele Impulse erhalten, positiv zu denken und mit kleinen Dingen einen nachhaltigen Beitrag für eine andere Welt zu leisten.

Text & Fotos: Roland Spether