Lücken schließen, Verantwortung übernehmen, Durchstarten: Die Lender-Sommerschule 2026

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„Bei einem Kehrbruch musst du Zähler und Nenner vertauschen, danach machst du aus der negativen Hochzahl ein positive, damit rechnet es sich einfacher.“ Einige dieser Rechentricks hat die „Lehrerin“ Sandrine Auer für ihre „Schülerin“ auf die Tafel eines Klassenzimmers im Lender-Gymnasium geschrieben, denn bis kurz vor Beginn des neuen Schuljahres findet die Sommerschule statt. „Solche Rechengesetze musst du dir merken, die sind sehr geschickt“, so Sandrine Auer, die noch einige Tricks zu Mathe kann auch einfach sein bereithält. Vor den Sommerferien hat sie an der Lender ihr Abitur absolviert, kümmert sich weiter in der Arbeitsgemeinschaft Veranstaltungstechnik um Licht und Ton und weiht aktuell eine Schülerin in die mathematischen Geheimnisse von Termen ein. „Ich mache die Sommerschule gerne, um Schülern zu helfen und mein Wissen weiterzugeben“, so die „Lehrerin“, die nach ihrem geplanten Studium in Musik und Sport am Liebsten wieder zurück an die Lender will.

„Der Lender-Geist zeigt sich darin, die Ärmel hochzukrempeln und anzupacken“, so Schulleiter Marco Cataldo. „So sind auch in den Sommerferien Lehrer und Schüler engagiert dabei, gemeinschaftlich das alte Schuljahr nachzuarbeiten und das kommende gut vorzubereiten.“ Dieses Engagement bezeichnete er auch als „Ausdruck einer christlichen Haltung, füreinander Verantwortung zu übernehmen.“ Denn dass gerade auch Schüler Schülern helfen, gehört mit zum besonderen pädagogischen und sozialen Portfolio des Lender-Gymnasiums, wie dies auch im normalen Schulalltag zur guten Tradition gehört. Die Sommerschule als ein besonderes Bildungsangebot wurde 2011 von Katja Lang-Cappel und Gerd Sarcher mit Hilfe der Vereinigung der Altsasbacher auf den Weg gebracht, um Schülern einen Lernraum zu eröffnen, Wissenslücken nachzuarbeiten, sich gezielt auf besondere Themen zu konzentrieren und sich auf das neue Schuljahr vorzubereiten. „Das Konzept unserer Sommerschule trägt dazu bei, schulische Unsicherheiten abzubauen und fachliche Schwächen zu überwinden“, betonte Katja Lang-Cappel vom Schulleitungsteam, die Sandra Schmid-Ehreiser als Leiterin der Sommerschule unterstützt. Parallel lief auch das Projekt „Lernen mit Rückenwind“, bei dem der Lehramtsstudent Alexander Groß angehende Abiturienten des Beruflichen Lender-Gymnasiums auf das Mathe-Abi vorbereitete.

Dass Schüler in den letzten beiden Ferienwochen die Schulbank drücken, ist eine freiwillige Sache. In der Regel sprechen die Lehrer Empfehlungen aus, dass bei Schülern da und dort Schwächen sind, die nachgearbeitet werden könnten. Die Eltern entscheiden dann mit ihren Kindern wie bei Ronja Klawitter aus der 7. Klasse und Katharina Schramm aus der 9. Klasse, ob sie dieses Lernangebot wahrnehmen, bei dem sich gerne ehemalige Schüler wie Sandrine Auer, Annalena Mungenast und Lena Schmidt engagieren. Deshalb stärkt die Sommerschule auch nachhaltig die Schulgemeinschaft, fördert ein solidarisches Miteinander am Lender-Gymnasium und hilft mit, dass Jugendliche eine gute Bildung erfahren und in ihrer Persönlichkeit gestärkt werden. Manche Schüler kommen in den Ferien an die Lender, weil es ihnen im Unterricht zu schnell geht, sie in der Klasse nicht immer nachfragen wollen und dann eben Lücken in Mathematik, Französisch oder Physik haben, so Katja Lang-Cappel. Andere haben vielleicht an Projekten teilgenommen, waren längere Zeit krank oder haben ganz einfach die Vokabeln nicht so gelernt, wie sie hätten lernen sollen. „Dann ist der Zug irgendwann einmal abgefahren und es stellen sich die schlechten Noten ein.“ Wieder andere wurden zwar gut in die nächste Klassenstufe versetzt, haben aber in einem Fach keine gute Note und wollen sich im neuen Schuljahr verbessern.

„Manche Schüler brauchen einfach etwas länger, bis sie den Stoff verstanden haben“, meinte Lang-Cappel. Diesen Schülern kommt auch das neunjährige Gymnasium (G9) zu Gute, zumal der Stoff nicht so gedrängt ist und in der Regel ein Nachmittag an Unterricht wegfällt, so dass die Schüler mehr Zeit für sich haben. Doch entscheidend ist, ob sich Schüler selbst hinsetzen und lernen und wenn sie etwas nicht verstanden haben, selbst nach einer Lösung suchen. „Unser neuer pädagogische Ansatz Dalton geht in diese Richtung, dass Schüler selbst Verantwortung für sich und das Lernen übernehmen.“

Text & Fotos: Roland Spether